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Dynamische Stromtarife: Wer profitiert wirklich – und wer zahlt drauf?

Dynamische Stromtarife gelten als große Chance, um Stromkosten zu senken. Gleichzeitig herrscht viel Unsicherheit: Lohnt sich ein dynamischer Tarif wirklich? Und für wen kann er sogar teurer werden?

Die kurze Antwort: Ohne intelligentes Energiemanagement profitieren nur wenige. Mit Automatisierung kann sich das Bild jedoch deutlich ändern.

Was sind dynamische Stromtarife?

Bei dynamischen Stromtarifen orientiert sich der Strompreis am aktuellen Börsenpreis. Dieser ändert sich stündlich oder sogar viertelstündlich – abhängig von Angebot und Nachfrage.

Typisch für den Tagesverlauf:

  • sehr niedrige Preise bei hoher PV- und Windproduktion

  • hohe Preise in den Abendstunden

  • starke Schwankungen von wenigen Cent bis über 40 Cent pro kWh

Voraussetzung für solche Tarife ist ein Smart Meter, der den Verbrauch zeitlich genau erfasst.

Warum dynamische Stromtarife ohne Steuerung riskant sind

In vielen Haushalten liegt der Stromverbrauch genau dann hoch, wenn der Strompreis am teuersten ist – morgens und abends. Ohne Anpassung des Verbrauchs führt ein dynamischer Tarif daher oft nicht zu Einsparungen, sondern im Gegenteil zu höheren Kosten.

Typische Risiken:

  • Wärmepumpe läuft zu Spitzenpreisen

  • E-Auto lädt abends mit teurem Strom

  • Warmwasser wird nachts bereitet

  • hoher Verbrauch genau dann, wenn Strom teuer ist

Ohne Steuerung zahlt man die Preisschwankungen direkt mit.

Wer profitiert von dynamischen Stromtarifen?

Dynamische Tarife sind nicht grundsätzlich schlecht – sie erfordern aber die richtigen Rahmenbedingungen.

Gut geeignet sind sie für:

  • Haushalte mit PV-Anlage

  • Gebäude mit Wärmepumpe

  • Nutzer mit E-Auto

  • Betriebe mit verschiebbarem Verbrauch

Weniger geeignet sind sie für:

  • Haushalte ohne steuerbare Verbraucher

  • Nutzer ohne Automatisierung

  • Gebäude mit hohem Abendverbrauch

Der entscheidende Faktor ist nicht der Tarif, sondern die Flexibilität des Verbrauchs.

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Automatisierung macht dynamische Tarife erst sinnvoll

Erst mit automatisierter Steuerung lassen sich dynamische Strompreise aktiv nutzen. Ziel ist es, Strom dann zu verbrauchen, wenn er günstig ist – nicht dann, wenn er gerade benötigt wird.

Typische Maßnahmen:

  • Wärmepumpe läuft bevorzugt bei niedrigen Preisen

  • Warmwasserbereitung bei günstigen Stunden

  • E-Auto lädt automatisch bei billigem Strom

  • Verbraucher werden zeitlich verschoben

Ohne tägliches Eingreifen des Nutzers.

Praxisbeispiel: Einfamilienhaus mit dynamischem Tarif

In einem Einfamilienhaus mit Wärmepumpe, PV-Anlage und E-Auto wurde ein dynamischer Stromtarif eingeführt. Ohne Automatisierung änderte sich der Stromverbrauch kaum, die Stromkosten stiegen sogar leicht an, da der Großteil des Verbrauchs in teuren Zeitfenstern lag. Nach der Einführung eines automatisierten Energiemanagements wurden Wärmepumpe, Warmwasser und Wallbox gezielt nach Strompreis und PV-Ertrag gesteuert. Der Stromverbrauch verlagerte sich in günstige Zeitfenster, der Netzbezug sank und die jährlichen Stromkosten reduzierten sich spürbar, ohne Komfortverlust.

Dynamische Stromtarife im Betrieb: großes Potenzial

Gerade Betriebe können stark davon  profitieren:

  • Maschinen mit zeitlicher Flexibilität

  • Kühl- und Lüftungsanlagen

  • Ladeinfrastruktur für Firmenfahrzeuge

Durch gezielte Verbrauchsverlagerung lassen sich Energiekosten und Lastspitzen gleichzeitig reduzieren.

Funktioniert die dynamische Stromtarifwahl überall in Österreich?

Nein, technisch funktioniert ein dynamischer Stromtarif derzeit noch nicht überall in Österreich.

Ein dynamischer Stromtarif ist in Österreich nur dann möglich, wenn ein Smart Meter installiert ist, der den Stromverbrauch in Viertelstundenwerten misst. Zwar wurden in den letzten Jahren viele intelligente Zähler verbaut, allerdings sind diese nicht überall im sogenannten „intelligenten Modus“ aktiv. In manchen Fällen werden nur Tages- oder Monatswerte erfasst. Ohne aktivierte Viertelstundenmessung ist die Nutzung eines dynamischen Stromtarifs technisch nicht möglich.

Selbst mit einem aktivierten Smart Meter hängt die technische Umsetzbarkeit stark vom zuständigen Netzbetreiber ab. Dieser muss die Viertelstundenwerte korrekt erfassen, verarbeiten und dem Stromlieferanten zur Verfügung stellen. In Österreich ist das je nach Netzgebiet unterschiedlich weit umgesetzt. Während es in vielen urbanen Regionen bereits problemlos funktioniert, gibt es in ländlichen Gebieten teilweise noch Einschränkungen oder Verzögerungen.

Der entscheidende Punkt ist der Stromlieferant selbst. Nicht jeder Energieanbieter in Österreich bietet dynamische Stromtarife an, auch wenn die technische Infrastruktur vorhanden wäre. Zudem unterscheiden sich die angebotenen Modelle in Preisstruktur, Aufschlägen und Abrechnung deutlich. Erst wenn der gewählte Anbieter einen dynamischen Tarif aktiv anbietet und die notwendigen Daten nutzt, kann dieser auch tatsächlich verwendet werden.
 

Fazit: Chance ja – aber nur mit Konzept

Dynamische Stromtarife sind kein Selbstläufer. Ohne Automatisierung bergen sie ein reales Kostenrisiko. Mit intelligentem Energiemanagement können sie jedoch ein wirksames Werkzeug zur Kostensenkung sein. Solche dynamischen Stromtarif-Lösungen lassen sich mit Loxone vollständig automatisiert umsetzen, sodass Verbraucher abhängig von Strompreis, PV-Ertrag und Verfügbarkeit gesteuert werden – ganz ohne manuelles Eingreifen.

Entscheidend sind:

  • Transparenz über Preise und Verbrauch

  • steuerbare Verbraucher

  • automatisierte Abläufe statt manueller Bedienung

Wer diese Punkte berücksichtigt, kann dynamische Stromtarife gezielt für sich nutzen.