Viele Hausbesitzer wundern sich: Trotz Photovoltaikanlage bleiben die Stromkosten hoch. Die PV-Anlage produziert ausreichend Energie, trotzdem wird weiterhin viel Strom aus dem Netz bezogen. Ursache ist meist ein zu niedriger Eigenverbrauch und eine fehlende Abstimmung zwischen Erzeugung und Verbrauch.
Photovoltaikanlagen erzeugen den meisten Strom zwischen 10 und 15 Uhr. Der Stromverbrauch in Einfamilienhäusern findet jedoch überwiegend morgens und abends statt. Ohne intelligente Steuerung werden häufig 50–70 % des PV-Stroms ins Netz eingespeist und später teuer zurückgekauft.
Der wirtschaftliche Erfolg einer PV-Anlage hängt nicht von der installierten Leistung, sondern vom Eigenverbrauch ab. Ohne Optimierung liegt der Eigenverbrauch oft nur bei 25–35 %. Mit gezielter Steuerung sind 50–70 % Eigenverbrauch realistisch. Bei Strompreisen von 30–40 Cent/kWh und Einspeisevergütungen von unter 10 Cent/kWh ist jede selbst genutzte Kilowattstunde ein klarer finanzieller Vorteil.
Viele Haushalte nutzen ihren PV-Strom nicht optimal, weil:
Wärmepumpe und Warmwasser zeitlich falsch laufen
Wallboxen abends mit Netzstrom laden
große Verbraucher nicht koordiniert sind
Das führt zu unnötigem Netzbezug trotz vorhandener PV-Energie.
Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch, ersetzt aber keine intelligente Steuerung. Häufige Fehler sind:
Laden des Speichers aus dem Netz
voller Speicher bei hoher PV-Erzeugung
gleichzeitiger Netzbezug trotz Speicher
Erst in Kombination mit Energiemanagement wird der Speicher wirtschaftlich sinnvoll genutzt.
n einem Einfamilienhaus mit einer 10 kWp Photovoltaikanlage und einem Jahresstromverbrauch von rund 5.000 kWh lag der Eigenverbrauch zunächst bei etwa 32 %. Trotz hoher PV-Erzeugung wurden mehr als 60 % des Stroms aus dem Netz bezogen. Durch Energiemonitoring und automatisierte Steuerung wurden Warmwasserbereitung, Wärmepumpe und Wallbox gezielt an den PV-Überschuss angepasst. Der Eigenverbrauch stieg auf rund 65 %, der Netzbezug sank deutlich und die jährlichen Stromkosten reduzierten sich um mehrere hundert Euro – ohne zusätzliche Module oder größeren Speicher.
Eine PV-Anlage senkt Stromkosten nur dann spürbar, wenn der Eigenverbrauch hoch ist. Automatisierung, Verbrauchsverlagerung und intelligentes Energiemanagement sind entscheidender als zusätzliche Modulfläche.